Pferdepflege und Vorsorge

Zur Pferdepflege gehört regelmäßiges Putzen und das Untersuchen auf Verletzungen – aber nicht nur. Zur richtigen Pflege eines Pferdes gehören auch verschiedene Vorsorge-Maßnahmen, wie die richtige Hufpflege, Kontrolle der Zähne, regelmäßige Impfungen und Entwurmungen. Dies ist notwendig, um dein Pferd dauerhaft gesund zu erhalten.
Viele Probleme beim Reiten sowie Gewichts- und Fellprobleme haben einen gesundheitlichen Ursprung und können vermieden werden. Hier erfährst du, welche Vorsorgemaßnahmen zur routinemäßigen Pferdepflege unbedingt dazugehören.

 

Impfung von Pferden

Zu einer gewissenhaften Pferdepflege gehört das regelmäßige Impfen. Freizeitpferde müssen gegen Tetanus geimpft werden, sonst verstößt man gegen das Tierschutzgesetz. Für Turnierpferde ist die Impfung gegen die hochansteckenden Influenza-Viren verpflichtend für die Turnierteilnahme, aber auch Freizeitpferde sollten dagegen geimpft werden. Vor allem Tetanus und Influenza können für ungeimpfte Pferde tödlich enden. Aber auch eine Herpes- Impfung für Pferde wird von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) empfohlen. Je nach Standort kann in bestimmten Regionen Deutschlands auch eine Tollwut-Impfung für Pferde sinnvoll sein.

Die Impfungen für dein Pferd stimmst du mit deinem Tierarzt ab. Das Impfbuch befindet sich übrigens in deinem Pferdepass!

Die Grundimmunisierung findet in den ersten 1,5 Jahren im Fohlenalter statt. Danach erfolgen die Auffrischimpfungen je nach Hersteller.

Pferd auf der Weide: Impfungen für Pferde sind wichtig für die Gesundheit
Impfungen von Pferde müssen regelmäßig durchgeführt werden. ©Pixabay CC0-CreativeCommons

Impf-Tabelle für die Impfung von Pferden

Tetanus Influenza Herpes
Impfung für Pferde sinnvoll? Ja (verpflichtend) Ja (verpflichtend für Turnierpferde) empfehlenswert
Häufigkeit Alle 1-3 Jahre (abhängig vom Hersteller) Freizeitpferde jährlich, Turnierpferde alle 6 Monate Alle 6 Monate

 

Würmer beim Pferd

Wurmbefall kann sich beim Pferd je nach Wurmart verschieden äußern. Auch bei bester Fell- und Pferdepflege verursachen Würmer bei Pferden oft ein raues, struppiges Fell. Weitere Anzeichen sind z.B. magere Pferde, die einfach nicht zunehmen, Kotwasser oder Scheuern an der Schweifrübe. Dauerhafter Husten kann ein Anzeichen für Lungenwürmer sein. Im Prinzip gibt es drei Gruppen von Würmern, die deinem Pferd zu schaffen machen können:

  1. Rundwürmer (z.B. Spul-, Palisaden- Zwergfaden- oder Lungenwürmer
  2. Bandwürmer
  3. Magendasseln

Der traditionelle Ansatz zur Entwurmung ist das regelmäßige gleichzeitige Entwurmen des gesamten Pferdebestands zu bestimmten Zeiten. Oft wird 2- 3 Mal im Jahr entwurmt, nämlich zu Beginn der Weidesaison, gegebenenfalls im Sommer, und im Herbst zum Abschluss der Weidesaison. Hierbei werden alle Pferde zugleich entwurmt und haben dann zwei bis drei Tage Koppelverbot. In dieser Zeit kommt es zur massiven Ausscheidung von Eiern, Larven und Würmern bei den Pferden. Außerdem wird auch der Wirkstoff wieder ausgeschieden und soll nicht auf die Koppel gelangen. Im Anschluss müssen alle Boxen sehr sorgfältig gereinigt werden, um eine Neuinfektion zu verhindern.

Wie funktioniert selektive Entwurmung?

Dieses Vorgehen, bei dem unabhängig von einem tatsächlichen Befund pauschal alle Pferde behandelt werden, stand zuletzt in der Kritik. Es wurde beobachtet, dass es vermehrt zur Ausbildung von Resistenzen der Würmer gegen die Wirkstoffe kam. Die sogenannte selektive Entwurmung verfolgt einen anderen Ansatz. Mittels regelmäßiger Überprüfung von Kotproben auf Wurmeier durch den Tierarzt können Würmer bei Pferden diagnostiziert und gezielt behandelt werden. Derzeit ist die wissenschaftliche Debatte um die Vor- und Nachteile der selektiven Entwurmung noch nicht abgeschlossen. Argumentiert wird, dass es Pferde mit Wurmbefall gibt, die weniger Eier ausscheiden als andere. Diese Pferde werden durch die selektive Entwurmung vernachlässigt.
In der Debatte um die selektive Entwurmung scheint sich aber eine Tendenz heraus zu kristallisieren, dass die selektive Entwurmung zu einer effektiveren Bekämpfung von Würmern bei Pferden führt. Die Deutsche reiterliche Vereinigung (FN) hat die Diskussion hier ausführlich beschrieben.

Pferdeäpfel müssen für die selektive Entwurmung regelmäßig überprüft werden
Selektive Entwurmung erfordert regelmäßige Überprüfung von Kotproben. ©Stefanie Ganskow

Würmern beim Pferd vorbeugen

Um den Wurmbefall beim Pferd von vorn herein gering zu halten, sind folgende Hygienemaßnahmen sinnvoll:

  • Tägliches Misten der Box
  • Keine Fütterung vom Boden
  • Tägliches gründliches Abäppeln von Weide und Paddock
  • Regelmäßiger Weideumtrieb
  • Ausbringen von Kalkstickstoff im Frühling

 

Was gehört noch zur regelmäßigen Pferdepflege?

Neben der Entwurmung und der Impfung von Pferden gehören eine regelmäßige Zahnkontrolle und Hufpflege zur gewissenhaften Pferdepflege. Diese beiden Punkte sind essentiell und können massive Auswirkungen auf die Gesundheit und die Rittigkeit von Pferden haben.

 


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