Dein erstes eigenes Pferd – endlich da!

Dein erstes eigenes Pferd – ein lang gehegter Traum wird wahr! Hast du dein Pferd selbst gekauft oder war es ein Geschenk? Bist du Hals über Kopf zu deinem eigenen Pferd gekommen oder hast du einen wohl überlegten Kauf bei einem Züchter gemacht? Ob Freizeitpferd oder zukünftiger Turniersieger: die ersten Tage mit dem eigenen Pferd sind auf jeden Fall aufregend! Lasst euch beiden Zeit euch an einander zu gewöhnen.

Überlegst du noch, ob du schon bereit bist für dein erstes eigenes Pferd?

Dieses kleine Quiz verrät es dir!

Eigenes Pferd. fuchsfarbenes Pferd im Portrait
Zu deinem eigenen Pferd baust du eine ganz besondere Bindung auf. ©Pixabay CC0-CreativeCommons

Auch wenn du schon jahrelang reitest und einiges an Pferdewissen vorweisen kannst, ein eigenes Pferd ist noch einmal etwas ganz anderes. Du wirst merken, dass du eine ganz neue Art von Beziehung zu deinem eigenen Pferd aufbauen kannst.

Mit dem Equidenpass und der Besitzurkunde hältst du aber auch eine ganze Menge Verantwortung in deinen Händen. Du wirst vor ganz anderen Herausforderungen stehen. Du wirst dich um Fragen der Pferdehaltung kümmern müssen und Entscheidungen treffen, die vorher andere für die Pferde getroffen haben, die du bisher geritten bist.

 

Worum musst du dich bei deinem ersten eigenen Pferd als erstes kümmern?

Damit du eine unbeschwerte Zeit mit deinem Pferd haben kannst, soll dir diese Website helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Seite stellt dir Informationen zu allen Themen, die jetzt für dich und dein erstes eigenes Pferd wichtig sind, zur Verfügung. Dies sind vor allem die Bereiche Reitzubehör und Gesundheit und Vorsorge.

Besonders bei der Ausstattung ist es beim ersten eigenen Pferd oft schwierig einzuschätzen, was sinnvoll und notwendig ist. Welche Artikel aus dem Reitsportbedarf brauchst du wirklich – und welche sind völlig überflüssig? Im Reitsporthandel ist die Auswahl groß – dabei wird aber in erster Linie darauf geachtet, womit sich Geld verdienen lässt. Stöbere mal im Bereich „Zubehör“  und finde heraus, wie Pferdedecken sich auf die Thermoregulation auswirken!

Der Equidenpass – der Personalausweis Deines Pferdes

Zunächst fällt allerdings erstmal Papierkram an. Dein Pferd hat sicher einen Equidenpass, denn dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Alle Pferde benötigen binnen 6 Monate nach der Geburt einen Equidenpass als „Personalausweis“.

Dieser dient der Identifikation des Pferdes, als Impfnachweis und muss für die Teilnahme an Turnieren mitgeführt werden. Der Equidenpass dient zwar nicht als Besitznachweis für das eigene Pferd, der aktuelle Besitzer muss aber dort eingetragen werden. Dafür schicke den Equidenpass im Original mit dem entsprechenden Formular für Freizeitpferde oder Turnierpferde an die FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung).

 

Equidenpass oder Pferdepass
Equidenpass (Pferdepass) ©Stefanie Ganskow

Checkliste für dein erstes eigenes Pferd

Hier ist eine Checkliste der Dinge, die am Anfang sonst noch besonders wichtig sind, und um die du dich als erstes kümmern musst:

  • Die Eintragung als Besitzer im Equidenpass
  • Ein Stall mit artgerechter Pferdehaltung, in dem auch du dich wohlfühlst
  • Eine Grundausstattung für dein erstes eigenes Pferd
  • Einen gut passenden Sattel
  • Eine kleine Stallapotheke
  • Haftpflichtversicherung und evtl. weitere Versicherungen
  • Einen Tierarzt für die Vorsorgemaßnahmen und für den Notfall
  • Einen guten Hufschmied oder Hufpfleger
  • Viel Zeit mit deinem neuen Pferd verbringen!

Dein Pferd ist ein Gewohnheitstier

Gerade wenn dein Pferd den Stall wechselt, ist es eine aufregende Zeit für euch beide. Vielleicht wechselt es sogar aus einer anderen Form der Pferdehaltung. Unterschätze nicht den Stress, dem das Gewohnheitstier Pferd bei einem Stallwechsel ausgesetzt ist. Pferde gehen enge Bindungen zu Artgenossen und zu ihren Besitzern ein und gewöhnen sich an Pflegepersonal, den Tagesablauf und die Umgebung. Gerade Freizeitpferde sind oft das Hänger fahren nicht gewohnt und reagieren schon auf den Transport mit Stress.

Der Weggang oder Neuzugang eines Pferdes in einer Herde bedeutet Unruhe für alle Herdenmitglieder. Wenn nun alles plötzlich anders ist, leiden manche Pferde sehr und reagieren mit Nervosität und Gewichtsabnahme. Ungefähr ein halbes bis ein Jahr braucht ein Pferd, bis es vollends in seiner neuen Umgebung angekommen ist und seinen Platz in der neuen Herde gefunden hat.

Dein erstes eigenes Pferd frisst dir Möhren aus der Hand.
Dein erstes eigenes Pferd: Kleine Geschenke erhalten die Freunschaft. ©Pixabay CC0 Creative Commons

Die ersten Tage mit deinem eigenen Pferd

Lass es ruhig angehen. Wenn dein erstes eigenes Pferd ankommt, wird es sehr aufgeregt sein. Nimm es am Führstrick und geh mit ihm den Hof anschauen. Lass es überall schnuppern und sich umsehen. Wenn es möglich ist, kannst du mit ihm in die Reithalle oder den gut umzäunten Platz gehen und es dort frei laufen lassen. So kann es sich nach der Fahrt die Beine vertreten und sich etwas bewegen.

Egal, ob du dein Pferd als Freizeitpferd gekauft hast, oder ob du dein reiterliches Können mit ihm auf ein neues Level heben willst: sei die erste Woche geduldig und warte mit dem Reiten. Verbringe einfach viel Zeit mit deinem Pferd, führe es umher, lass es ein bisschen Gras knabbern oder longiere es locker. Jetzt legst du den Grundstein für eure zukünftige Beziehung!

Integration deines Pferdes in die neue Herde

Kommt dein Pferd aus einer anderen Art der Pferdehaltung als im jetzigen Stall (z.B. Boxenhaltung oder Offenstall) und muss sich jetzt umgewöhnen, hat es höchstwahrscheinlich so seine Schwierigkeiten damit. Die Integration in eine neue Herde gelingt am besten, wenn dein eigenes Pferd zunächst mit einem gutmütigen, ruhigen Pferd aus der Herde separat vergesellschaftet wird. Die beiden sollten eine Weile die Weidezeit nur zu zweit verbringen, bis sie sich aneinander gewöhnt haben. Ist dies nach ein paar Tagen gut gelungen, sollten beide Pferde zusammen in die Herde integriert werden. So ist dein Pferd am Anfang nicht ganz auf sich allein gestellt. Das andere Pferd dient als „Vermittler“ bei der Herdenzusammenführung. Manche Pferde übernehmen diese Rolle gern und beschützen den Neuling regelrecht vor den anderen Pferden. Diesen Pflegeinstinkt, wie ihn eine Mutterstute ihrem Fohlen entgegenbringt, kann man sich bei der Herdenzusammenführung zunutze machen. Verletzungen und Stress können so drastisch reduziert werden. Wichtig ist, herauszufinden, welches Pferd für diese Rolle geeignet ist, denn nicht jedes Pferd übernimmt die Vermittler-Rolle.

Zwei Pferd lernen sich bei der Integration in eine neue Herde kennen.
Ein Vermittler-Pferd hilft bei der Integration deines Pferdes in die neue Herde. ©Pixabay CC0-CreativeCommons

Ob Freizeitpferd oder Turnierpferd – Beziehung ist alles!

Eine gute Beziehung zu deinem Pferd kann euch beiden das Leben sehr erleichtern -  und der Beginn einer intensiven Freundschaft werden! Hier ist echtes Pferdewissen gefragt. Denn dabei geht es nicht unbedingt um Dominanz, sondern viel mehr um Vertrauen. Da die Geschichte der Beziehung zwischen Mensch und Pferd von Missverständnissen nur so gepflastert ist, kann es nicht schaden, die Perspektive zu wechseln. Wie nimmt dein eigenes Pferd dich wahr? Warum sollte es tun, was du möchtest? Und warum tut es das gerade nicht?

Begib dich mit deinem ersten eigenen Pferd auf eine Reise zu den Grundlagen der Kommunikation zwischen den Arten. Lass dich auf den Gedanken ein, dass dein Pferd eine eigene Persönlichkeit ist, die seinen eigenen Kopf hat und deinen vollen Respekt verdient. Es gibt Dutzende Pferdemenschen, von denen es sich lohnt zu lernen und sein Pferdewissen zu vertiefen. Lerne aber als erstes von den Besten – den Pferden selbst. Eine besonders charakterstarke Stute namens Doralie gibt dir hier im Blog regelmäßig Einblicke in die Sichtweise der Pferde.

Doralies Pferdeblog

Mädchen kommuniziert mit eigenem Pferd
Hi, ich bin Doralie. Ich bin ein Pferd. Es ist lustig, dass ich das überhaupt erwähnen muss, denn ihr Menschen stellt euch ja auch nicht vor mit den Worten: […]

Bist du bereit für dein erstes eigenes Pferd?

Du bist noch unentschieden, ob du das Abenteuer wagen und dein erstes eigenes Pferd kaufen solltest? Ein eigenes Pferd ist eine große Aufgabe, die dir einiges abverlangen wird, die aber auch dein Leben bereichern wird.

Mädchen küsst ihr erstes eigenes Pferd
Bist du bereit für dein erstes eigenes Pferd? ©Pixabay CC0-CreativeCommons

Regional gibt es große Unterschiede bei den monatlichen Kosten für die Pferdehaltung. In ländlichen Gebieten ist es sehr viel günstiger als in Stadtnähe, und auch die Haltungsform spielt eine Rolle. Für eine Boxenhaltung mit Weidegang, Vollverpflegung, mehreren Hallen und Springplatz wirst du sehr viel mehr bezahlen als für einen Offenstall mit Selbstversorgung. Die Spanne liegt bei zirka 100 Euro bis  800 Euro monatlich. Informiere dich daher frühzeitig in deiner Umgebung über Unterbringungsmöglichkeiten und Inklusivleistungen wie Füttern und Misten.

Bedenke auch den Zeitaufwand – je nach Haltungsform und Pferderasse solltest du dir mehrmals wöchentlich oder sogar täglich Zeit für dein Pferd nehmen. Es muss täglich gemistet werden, braucht mehrmals täglich Futter und natürlich Bewegung.

Worüber du dir absolut klar sein solltest: bist du bereit die volle Verantwortung für Gesundheit und Wohlbefinden für ein eigenes Pferd zu übernehmen? Trotz Mühe, Schweiß, Sorge und Arbeit ist es das Wundervollste auf der Welt – dein erstes eigenes Pferd!

 


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